Kongress Pflege erster Teil

Das Grußwort übernimmt Elke Ferner (Palamentarische Staatssekretärin beim BMFSFJ) und spricht über die Zukunft der Pflege, die Gesetze die die Pflege und die pflegenden Angehörigen stärken sollen. Sie nimmt wie Herr Rüddel am Vortag Bezug auf die Pflegestärkungsgesetze, das Pflegeberufegesetz und die Pflegebedürftigkeit.

Im Anschluss übernimmt Dr. Mai aus Rheinland Pfalz das Wort und spricht über die Entwicklung und den Werdegang der ersten Pflegekammer in Deutschland. Einen Seitenhieb zur Frau Ferner und dem Pflegeberufegesetz kann er sich nicht verkneifen.
Das Pflegeberufegesetz ist nur eine Symptombehandlung. Man müsse die Attraktivität steigern um junge Menschen für den Beruf zu begeistern und gleichzeitig vorhandenes Personal im Beruf halten.
Im Pflegekammerbericht beschreibt er, wo die Wurzeln liegen, wie lange es dauerte bis die Kammer stand und was als nächstes passiert. Die Vertreterwahl für die Pflegekammer war ein voller Erfolg. Es gab 17 Listen die gewählt werden konnten und 81 Sitze zu vergeben. Ver.di stellte eine eigene Liste und machte aber parallel weiter mit Kampagnen gegen die Pflegekammer. Das ist ein seltsamer Widerspruch, aber kritische Stimmen in der Vertreterversammlung können nur förderlich sein, so Mai. Der Wahlkampf war sehr interessant und hielt immer wieder Überraschungen bereit, denn als Neuling in der politischen Landschaft muss man erst mal laufen lernen. Es bleibt also spannend wie es sich weiterentwickelt und welche Auswirkungen die Pflegekammer hat.
Ich freue mich auf die nächsten zwei Bundesländer, in denen es bald soweit ist und wünsche viel Erfolg.

Der Deutsche Pflegerat in Person von Franz Wagner spricht über die aktuelle politische Lage. Er macht die Position des DPR an einigen Forderungen deutlich. Es muss endlich dafür gesorgt werden, dass das Geld für Pflege auch bei der direkten Pflege ankommt. Es wird ein bundeseinheitlicher Pflegepersonalschlüssel gefordert, denn in Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg müssen die Menschen doch mit dem selben qualitativen Standard gepflegt werden. Dem kann ich nur bedingt zustimmen, denn ein bundeseinheitlicher Schlüssel ist auch nicht die Lösung aller Probleme. Wie man an der Charité sieht, können Stellen geschaffen werden. Diese Stellen müssen dann aber auch dauerhaft besetzt werden und da muss der Gesetzgeber deutlich nachbessern.
Das Pflegeberufegesetz liegt in einem Referentenentwurf vor und wird gemeinsam mit der Verordnung noch diskutiert. Ich hoffe sehr, dass an der Stelle mit tatsächlichen PflegeexpertInnen gesprochen wird und nicht wieder welche gehört werden, die mit dem Berufsstand so viel zu tun haben wie Äpfel mit einem Birnbaum.

Nach einer kurzen Pause ging es um innovatives Führen. Dazu wurde Prof. Gernot Schulz eingeladen, der ein freiberuflicher Dirigent ist.

Jetzt könnte man die Frage stellen: Was hat der Mann mit Pflege zu tun? Die Antwort: Nichts.
Aber darum ging es in seinem Vortrag auch nicht. Er macht anhand seiner Erfahrungen klar, welche Eigenschaften eine gute Führungsperson benötigt und untermalte es mit Ausschnitten aus Orchesteraufführungen und zeigte wie man richtig führt.
Ein Zitat, was ich simpel und doch so wichtig finde ist: „Wenn wir das was wir tun, nicht mit Begeisterung tun, dann wird das Ganze nichts!“
Das Vermitteln der Sinnhaftigkeit der eigenen Arbeit muss auch vermittelt werden um die intrinsische Motivation zu fördern, so Schulz. Die wichtigsten Eigenschaften einer Führungsperson sind für Herrn Schulz absolute Transparenz und Wahrnehmung. Wenn eine Führungsperson absolute Transparenz zeigt, auch im Sinne der Fehlerkultur, ist das ein Vorbild für die MitarbeiterInnen. Diese Transparenz ist der Grundstein für eine gute Wahrnehmung und führt zu einem schonungslosen Feedback. Schonungslosigkeit sollte hier als Chance und positiv gesehen werden. Als Beispiel für Feedback zeigte er einen Film von Leonard Bernstein als Dirigent, was ein staunendes Publikum hervorrief.
Er führte den T.G.I.-Friday als Beispiel an. Dies ist eine Möglichkeit zusammen zu kommen und durch alle Hierarchieebenen miteinander in den Austausch zu gehen. Dabei entstehen Kontakte und Gespräche, die es sonst wahrscheinlich nicht geben würde.
Gernot Schulz begeisterte das Publikum mit Musikeinlagen, in die er das gesamte Auditorium mit einband. Es waren simple Lieder wie „Hänschen klein“ und „Fuchs Du hast die Gans gestohlen“, doch die Änderung der Sichtweise und der Stimmung machen aus einem fröhlichen Lied ein Trauriges. Man kann mit den gleichen Vorgaben eine ganz andere Performance zeigen.

Man stelle sich ein Diagramm vor: Auf der Y-Achse mit der Beschriftung LIEBE und eine X-Achse mit der Beschriftung EINANDER KENNEN. Man kann sich vorstellen wir der Verlauf der Kurve in diesem Diagramm ist. Dieser Vergleich lässt sich sehr gut auf den Beruf übertragen und dabei sollte mal nicht vergessen, dass jeder für den Verlauf der Kurve selbst Verantwortung trägt.

Als Ausklang lies er die Ode an die Freude laufen und bat uns mit folgendem Text mit zu singen:
„Ärzte wirken medizinisch, doch die ganz entscheid´ne Kraft fürs gesunden des Patienten, nur die gute Pflege schafft.“

 

by Mathias Düring

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